Super 8 Review – Kino, wie es sein sollte

Nils Film, Review 1 Comment

It was the summer of ’69 – äh, nein – ’79, als fünf Teenager einen Zombiefilm drehten. Die Sommerferien hatten begonnen, als Kulisse diente ein alter Bahnhof. Alles war bereit, Maske, Kostüme, schauspielerisches Talent vorhanden, die Super 8-Kamera lief. Selbst der vorbei rauschende Güterzug konnte perfekt in die Szene eingebaut werden. Dumm nur, dass just in diesem Moment der Zug entgleiste und die Hölle losbrach. J.J. Abrams “Super 8″ könnte keinen spannenderen Anfang nehmen.

Der Film, der von den meisten Reviews und Filmkritikern positiv bewertet wurde, ist aber kein knallharter Action-Film, sondern vor allem eins: pure Kino-Nostalgie. Während die Helden des Films, von einem Monster, der Army und ihren eigenen Ängsten gejagt werden und versuchen, heil aus der Sache rauszukommen, gibt es immer wieder Momente der Ruhe und sogar etwas zum Lachen. Szenen, die Sommerfreuden im Eiscafé zeigen, Liebesgeschichten und allgemein das für Kinder so unbeschwerte Amerika der späten 70er Jahre. Dabei setzt Abrams, zusammen mit seinem Produzenten Steven Spielberg, gekonnt auf nostalgische Identifikationspunkte. Ob das nun ein Walkman, Super-8-Filmrollen oder die weniger auffälligen Dinge des visual Designs sind, wie Kleidung und Frisuren, alte Muscle Cars oder Zeitschriften. Durch dies und durch die sommerliche Farbgebung des Films, gepaart mit den für Abrams typischen Lensflares, ergibt es eine Stimmung, die den Kinobesucher glauben lässt, er hätte eine Zeitreise unternommen.

Dabei ist die Story von “Super 8″ nicht sehr anspruchsvoll und erinnert sehr stark an Spielberg-Klassiker, wie E.T. und die Goonies. Teilweise hat der Film zudem Elemente von Krieg der Welten. Spielberg und Abrams wollten mit “Super 8″ das Kino ihrer eigenen Kindheit wieder aufleben lassen. Beide haben selbst auf Super 8 gedreht und an Filmfestivals teilgenommen. Der von den Kindern als Film im Film gedrehte Zombiefilm kann also Hommage an diese Erinnerung der Regisseure gesehen werden.

Zu bemängeln gibt es nicht nur bei fuenf-filmfreunde das lahme Ende des Films. Die Spannung hatte gerade ihren Höhepunkt überschritten da endet der Film relativ abrupt und lässt eine Reihe Fragen offen. Schon vorher waren einzelne Szenen unlogisch beziehungsweise hätten weiterer Erklärung bedurft. Aber egal, das Kino verlässt man nach Super 8 auf definitiv zufrieden und mit dem Gefühl, einen wirklich guten Film gesehen zu haben. Zwischen den zuletzt im Kino so technisch aufgebauschten Action-Filmen oder den unsäglich identisch langweiligen Lovestorys sticht “Super 8″ positiv heraus. Der Story oder den Spezialeffekten ist das nicht zu verdanken sondern schlicht und einfach dem gutem Spiel der Schauspieler. Prädikat wertvoll. Oder wie es “Review in Haiku” so schön sagt: “E.T., War of Worlds, Jurassic Park, Jaws, Goonies and J.J.’s lens flares. Good”.

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