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Wie mir Saturns Tech-Nick (beinahe) Weihnachten verdarb

Nils leben, Privat Leave a Comment

Ihr kennt das sicherlich. Als Mann hat man es mitunter nicht leicht, der Partnerin die Wichtigkeit (aus Männer-Sicht) dringend nötiger technischer Anschaffungen zu vermitteln. Monatelang führt man Argumente an, diskutiert und propagiert, bis man dann, unterstützt durch den allgemeinen vorweihnachtlichen Kaufrausch endlich das OK bekommt: ein neuer Fernseher darf gekauft werden.

tl;dr
Eine Schauergeschichte aus der Welt der Elektronikmärkte. Am Ende mit Happy End, jedoch nicht bei Saturn, sondern bei MediMax. Es zeigt sich letztlich, dass es durchaus Gründe gibt, wenn Märkte wie Saturn einen schlechten Ruf haben.

Da darf dann nicht lange gefackelt werden, ab in den Elektronikmarkt mit dem besten Angebot und her damit.

Nicht zuletzt, weil das bei uns in der Familie durchaus basisdemokratischer abläuft, habe ich mir den Prozess dieser Anschaffung in diesem Jahr etwas einfacher vorgestellt. Schuld, dass es am Ende äußerst schwierig war, ist Saturn. Den Fernseher der Wahl gab es dort Anfang November vergleichsweise günstig und mit einem zusätzlichen Gutschein versehen. “Bei Technik-Fragen Tech-Nick fragen”, dachte ich mir dann und bestellte direkt im Laden. Leider war nämlich das Modell nicht sofort zum Mitnehmen verfügbar. Der örtliche Tech-Nick meinte, es sei mit einer Wartezeit von “ein paar Tagen” zu rechnen. Die Anzahlung musste auch aufgrund des Gutscheins schon in voller Höhe geleistet werden.

Nach ein paar Tagen rief ich dort an und fragte nach dem Stand der Dinge. Man teilte mir mit, dass es bei Fernsehern immer etwas dauern könne, ich solle Geduld haben. Ok, Weihnachten ist ja noch ein paar Wochen hin, dachte ich mir. Wiederum ein paar Tage später hielt ich es dennoch für eine gute Idee, erneut nachzufragen. Nun war der Tech-Nick doch einmal bereit beim Hersteller ob der Lieferzeit nachzuhaken. Ergebnis: Anfang Dezember, gut einen Monat nach Bestellung sollte die Lieferung erfolgen. Das war ihm dann wohl selbst etwas zu lange, weshalb er anbot, den Fernseher (den man online bei Saturn übrigens mit einer Lieferzeit von 3-5 Tagen direkt in den Markt liefern lassen kann) von einem anderen Saturn herzubestellen. “Spätestens Mittwoch ist der da!” Das klang für mich vernünftig.

Ihr ahnt es, schon, Donnerstag fragte ich vorsichtig nach. Ein anderer Tech-Nick, der über den Vorgang natürlich nicht Bescheid wusste, schaute in die Unterlagen. Und sieheda! der andere Markt hatte den Fernseher noch nicht einmal verschickt. So langsam begann meine Geduld zu bröckeln. Man versprach mir nun sofort Druck zu machen, “nächste Woche ist der Fernseher da!”. 

Nächste Woche war aber der Fernseher nicht da. Oder nicht da, wo er eigentlich sein sollte. Der liefernde Saturn hatte ihn nämlich woanders hin geschickt. “Das kann nun mindestens eine weitere Woche dauern, die müssen den erst an den liefernden Saturn zurück schicken, bevor er dann an uns gehen darf”. Mit meiner Geduld war es nach dieser Aussage nunmehr so dünn bestellt, dass ich zumindest eine Preiskompensation forderte. Nicht zuletzt gab es den Fernseher im Internet mittlerweile günstiger. Darauf ließ man sich widerwillig und nur nachdem ich etwas lauter wurde, ein. “Man könne ja nichts dafür”. Das stimmt zwar. Aber die ständig fehlende Kommunikation und die völlig fehlende Empathie für das Problem ließen die Bande der Freundschaft mit Tech-Nick doch erheblich leiden.

Erneut verstrich eine Woche, erneut hakte ich nach (es meldet sich ja kein Tech-Nick bei dir). Wieder völlige Ahnungslosigkeit ob des Vorgangs. Nach energischem Nachhaken dann die Einsicht, “der Fernseher ist heute Morgen völlig zerstört hier angekommen”. “Wir müssten jetzt neu bestellen, sollen wir?”. 

Nein. Und nie wieder. 

Ich forderte ein Gespräch mit dem Markt-Leiter. Wollte von ihm wissen, wie es denn sein könne, dass man eine Anzahlung in voller Höhe leistet, man die bestellte Ware dann aber trotz mehrfacher Terminversicherung nicht erhält. Ob denn seine Mitarbeiter nicht auch andere Möglichkeiten der Kundenzufriedenstellung erwägen würden, beispielsweise der Bestellung bei einem weiteren Saturn oder direkt über den Online-Shop. Nein. Das wäre nicht möglich und überhaupt ist der Vorfall ja nicht die Schuld “von uns”. Ja, von wem denn dann? Klar, am Ende ist es eine Verkettung unglücklicher Umstände. Dennoch kann man hier beinahe den Eindruck gewinnen, dass Saturn (dem Anschein nach) sein Geschäft mit Zinsgewinnen durch Anzahlungen finanziert. Kann man. Oder auch nicht. Was auf jeden Fall zurückbleibt ist der äußerst schale Beigeschmack, dass man bei Technikfragen eben besser nicht Tech-Nick fragt. Der wiegelt nämlich augenscheinlich immer ab und denkt nur an sein eigenes Wohl. Immerhin war man bereit (nachdem ich wiederum laut werden musste) mir als Kompensation für Anfahrt und Telefonkosten einen kleinen Obulus zu erstatten.

Das Ende vom Lied? Und die Rettung meines Weihnachtsfestes? Das bescherte mir der örtliche MediMax. Dort gab es den gewünschten und weitere vergleichbare Fernseher nicht nur zum gleichen Preis (und günstiger) sondern zudem direkt verfügbar zum Mitnehmen. Und nicht nur das. Obendrein erlebte ich dort eine äußerst zuvorkommende Beratung auf Augenhöhe (der Verkäufer kannte sich wirklich aus). So kann es eben auch gehen, lieber Saturn.

Ich jedenfalls habe daraus meine Lehren gezogen und vertraue den Tech-Nicks dieser Welt besser nicht mehr.

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