Path – LifeCasting App vom Feinsten

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Robert Scoble meint, “Path kicks ass” und er könnte damit Recht behalten. Die Startup-Firma aus San Francisco ist zwar schon eine Weile am Markt, hat kürzlich aber eine Version 2 seiner App herausgebracht und diese hat es in sich.

Path versteht sich als persönliches Journal oder Tagebuch. Man teilt mit seinen Freunden die Aktivitäten, Fotos oder Gedanken, die man täglich hat. So kann man etwa der Welt mitteilen, dass man gerade erwacht ist. Die App fügt automatisch Ort und Zeit hinzu und gibt sogar noch eine kleine Wetterinfo preis. Oder man postet ein Foto von einer Party und verknüpft Freunde, die ebenfalls vor Ort sind, damit. Vieles davon ist keineswegs neu, vereint Path doch viele Funktionen, die auch Foursquare, Facebook oder Instagram mitbringen. Dennoch ist es anders. Und das fängt schon bei der sehenswerten Usability an. Hier stimmt einfach alles, die Haptik der App sucht auf dem iPhone ihresgleichen. Animationen sind unaufdringlich und doch zentraler Bestandteil der App, dezent eingesetzte Skeuomorphismen, slidende Elemente oder perfekt aufeinander abgestimmte Menüabfolgen machen einfach Spaß.

Path StartseiteDas Ziel der App, sein Leben vollständig zu erfassen und mitzuteilen, vermag manchem befremdlich vorkommen. Wen interessiert es schon, wann ich aufgestanden bin? Wen geht es etwas an, ob ich auf einer Party bin oder nicht? Dennoch ist der Trend des LifeCasting, wie ich ihn schon in einem anderen Artikel beschrieb, aktuell in sehr vielen sozialen Netzwerken zu finden und scheint Menschen mehr und mehr in seinen Bann zu ziehen. Die Frage ist, wo das am Ende hinführt. Man kann sich dabei durchaus Szenarien ausmalen, die aus heutiger Sicht tatsächlich seltsam anmuten. Gerade eine App, wie Path, könnte zukünftig vollautomatisiert das Leben aufzeichnen. Stellen wir uns doch einmal vor, wir machen einen Kinoabend mit ein paar Freunden und besuchen anschließend noch eine Bar. Per App wird geschaut, welcher Film sehenswert ist anhand der Rezensionen anderer Kinogänger. An der Kasse legt man das Smartphone auf den Tresen zum Bezahlen per NFC. Die App meldet im persönlichen Journal sofort, dass man im Kino ist und welchen Film man schaut. Außerdem weiß die App über die Ortsinformation der Smartphones meiner Freunde, wer noch mit mir im Kino ist. Später in der Bar das gleiche Spiel. Path meldet, wo ich bin. Das Foto, was ich in der Bar schieße, erkennt automatisch die Gesichter der Personen und verlinkt sie entsprechend. Meine Rezension des Cocktails hilft anderen Bar-Besuchern bei der Getränkeauswahl. Path zeigt mir an, dass eine hübsche Single-Frau die Bar betreten hat, die einen sehr ähnlichen Lebensstil hat, wie ich. Spreche ich sie an, kann durch das Aneinanderhalten beider Smartphones per NFC die Kontaktinformation ausgetauscht werden.

Man könnte das ewig so fortführen. Fakt ist, dass durch die Erfassung jeglicher Nutzerinformation Path mit zielgerichteter Werbung eine Menge Geld verdienen kann. Nicht umsonst hat Path, welches übrigens von Dave Morin, einem ehemaligen Facebook-Mitarbeiter gegründet wurde, eine Menge Investoren an Bord.

Letztlich bleibt die Frage, wie sinnvoll das wirklich alles ist. Möchte man immer mitteilen, was man gerade macht? Ich denke nicht. Auch die Eigenschaft von Path, die Information nur mit 150 meiner engsten Freunde zu teilen, hilft da nicht viel. Was bleibt, ist eine wirklich anständige Usability und die Erkenntnis, dass der Trend des LifeCasting in dieser App wirklich leben kann. Path hat definitiv die Chance, diesen jungen Markt zu befeuern. Sie müssen nur das Problem aller sozialen Netzwerke gelöst bekommen: genügend User finden, damit es Spaß macht, die App zu nutzen. Der Ansatz, den die Firma verfolgt, ist dabei schon einmal der Richtige.

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  1. Pingback: Path: Die neue Must-Have-App? | ichimnetz.de

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