Irland – Erlebnisreise mit "Vagabond Adventure Tours of Ireland"

Nils Featured, Fotografie, Reise 5 Comments

Vagabond – small group adventure tours of Ireland – du wirst die ausgetretenen Pfade verlassen und abseits des Massentourismus Land und Leute kennenlernen. So oder so ähnlich bewirbt der irische Abenteuer-Reiseanbieter Vagabond seine Erlebnisrundreisen durch Irland. Wie geschaffen für jemand, der ungern die Sehenswürdigkeiten besucht, zu denen sich alle anderen Touristenmassen in großen Reisebussen kutschieren lassen.

Einmal ein Vagabund sein, sich treiben lassen, nicht wissend, was einem hinter dem nächsten Hügel erwartet, in welcher Unterkunft man heute schläft. Auf Berge klettern, mit Schafen um die Wette rennen, Pferde reiten und Kayak fahren. Das wollten wir. Und wir haben es bekommen.

„Irland – warum ausgerechnet Irland?“, fragte mich Mark, unser Tour-Guide für die ersten Tage. „Warum nicht?“ entgegnete ich ihm. Nach Irland wollte ich schon immer einmal und das nicht nur, weil ich das irische Bier so mag. Irland, das ist das Land der Schafe, des Guinness, die grüne Insel, dort wo James Joyce und Jonathan Swift ihre berühmten Romane schrieben. Das Land der Elfen und Feen, der Erinn, von Landschaften gespickt mit keltischer Kultur, Hügelgräbern und Orten, wo Leprechauns Töpfe mit Gold verstecken, dort wo es unter jedem Rath ein Haus der Sidhe geben soll. Wer wollte nicht dort sein, nicht einmal im Leben die „forty shades of green“ mit eigenen Augen sehen?

Und tatsächlich, wer morgens in Portmagee die Fischer bei ihrer Arbeit betrachtet oder abends im Pub in Dingle den Locals beim lustigen Umtrunk schunkeln sieht, der könnte sofort neidisch werden auf die Iren und ihren ruhigen Lebensstil, augenscheinlich fernab jeglicher Hektik. Fast könnte man meinen, es sei alles in Ordnung auf der grünen Insel, das Leben ginge dort einen geruhsamen Gang. Aber die Iren wurden hart getroffen durch Wirtschaftskrise, Lehman-Pleite und Banken-Implosion. Das sieht man nicht nur an den vielen geschlossenen Geschäften in den Städten, den leerstehenden Häusern auf dem Land oder den zahlreichen Bettlern in Dublin, man hört es auch in den Gesprächen im Pub und sieht es in den Gesichtern der Menschen. Aber wer nun glaubt, die Iren seien verzweifelt oder wären trübselig, der irrt. Im Gegenteil. Irland ist sehr lebendig, die Menschen sind trotz aller vermeintlichen Widrigkeiten fröhlich, höflich und haben immer einen Scherz auf den Lippen. Ganz besonders natürlich in der Tourismus-Branche, die allgemein zu denjenigen zählt, die am wenigsten von der Krise betroffen sind.

Rob Rankin, der Boss von Vagabond Tours, ließ es sich nicht nehmen, uns am ersten Tag der Tour persönlich zu begrüßen. Im Bezug auf unseren Tour-Guide Mark meinte er sogleich etwas ironisch „He is one of our best guides, so you shouldn‘t be to unhappy when he will change into a Stephen after the third day “. Er meinte natürlich den geplanten Wechsel, den die Fahrer manchmal nach EU-Recht vornehmen müssen, um nicht die gesetzliche Zahl an maximalen Fahrstunden zu überschreiten. Wir hatten die „7 day World Tour of Ireland“ gebucht, vor uns lagen daher sieben Tage voller Abenteuer.

Für uns ging es am Grand Canal Hotel in Dublin los, welches nicht der Rede wert wäre, wäre es nicht gleichzeitig der ständige Parkplatz für die besonderen Autos, Jeeps?, Busse? oder wie auch immer man die gepimpten Landrover Defender nennen möchte (Rob selber nennt sie „Vagatron“), die von Vagabond für die Touren verwendet werden. Zwölf Sitze in drei Reihen hinten, Fahrer und Beifahrersitz vorne. Platz genug, bequem und äußerst geeignet um abseits der befestigten Wege zu fahren. Hinten dran kommt ein Anhänger für das Gepäck. Vom Hotel, welches ich mit Rob vorher per E-Mail als Treffpunkt ausgemacht hatte, stiegen auch noch zwei Schwestern aus Kanada zu.

Vagabond Landrover "Vagatron"

Die anderen Passagiere holten wir am offiziellen Treffpunkt vor dem Tourismusbüro in nahe des Trinity College ab. Zu den zwei Kanadierinnen und uns beiden Deutschen gesellten sich dort also noch ein kanadisches Ehepaar, eine vierköpfige Familie mit Kindern aus Wisconsin und ein Journalist und dessen Sohn aus Israel. Am zweiten Tag der Tour sollte zudem noch ein Australier zu uns stoßen. Alles in allem also wirklich multikulturell.

Nachdem Rob sich verabschiedet hatte, erzählte uns Mark auf dem Weg zum ersten Zwischenstop der Tour eine Menge über die Sehenswürdigkeiten Dublins und Irland allgemein. Insbesondere begann er von der Geschichte des Landes zu erzählen, was er, und später auch Stephen, während der ganzen Tour zu einem sehr interessanten Einblick in das Leben und die Historie der grünen Insel vervollständigten.

Vagabond plant die Touren so, dass an jedem Tag mehrere Sehenswürdigkeiten angefahren werden und man immer auch Gelegenheit hat, aus dem Bus raus und in die Natur zu kommen. Alles in allem sehr abwechslungsreich. Zudem bekommt man immer mehrere Optionen, nicht jeder muss alles mitmachen. Die Sehenswürdigkeiten und Orte, die wir von Irland mitgenommen haben, sind im folgenden aufgelistet.

Rock of Cashel und Blarney Castle

Beides eigentlich Touristenorte, sie sind nur in der Tour, weil sie direkt im Weg in den Südwesten liegen und Blarney Castle zudem einen sehr sehenswerten Garten hat. Da das Wetter sehr regnerisch war, hatten wir aber das Glück, so gut wie keine anderen Touristen anzutreffen. Nachdem wir den berühmten Blarney Stone geküsst haben, werden wir nun alle auf ewig eloquent sein.

Gougane Barra

Der Ort unserer ersten Übernachtung. Mark hatte nicht zuviel versprochen, als er diesen Ort als „magisch“ beschrieb. Der See mit Kirche auf einer kleinen Insel, umgeben von Bergen, gehört für mich ab sofort zu den schönsten Plätzen auf dieser Erde. Zudem ist das Gougane Barra Hotel ein echter Geheimtipp, mit einer vorzüglichen Küche. Mark nahm uns hier am ersten Abend mit auf einen Spaziergang einen steilen Hügel hinauf, von welchem man einen unglaublichen Blick hinunter auf den See hatte.

Carriganass Castle und Bantry Bay

Auf dem Weg zur Bantry Bay machten wir einen kurzen Zwischenstop an der Ruine des Carriganass Castle bevor es dann weiter nach Adrigole ging. Dort angekommen ging es rein in die Wet-Suits und mit Kajaks raus auf die Bay. Eine Gruppe Seehunde kam dabei neugierig auf uns zu geschwommen, bevor sie rund 20 Meter vor unserem Kajak untertauchten.

Dursey Island und Allihies Coppermine Road

In einem Supermarkt deckten wir uns mit Sandwiches ein, die wir während eines Picknicks  mit Blick auf Dursey Island vertilgten. Anschließend nutzte Mark die Geländefähigkeiten des Landrovers um uns mit durchdrehenden Reifen, leichten Sprüngen, vorbei an steilen Abhängen, über die Coppermine Road bei Allihies zu führen. Die Straße ist für normale Autos so gut wie unpassierbar. Oben wurden wir durch einen tollen Ausblick für diese Achterbahnfahrt belohnt.

Kenmare und Kerry-Way-Wanderung

Das Tagesziel und Ort unserer zweiten Übernachtung war Kenmare, ein nettes Städtchen mit einer schönen Einkaufsstraße, die zum Bummeln einlud. Zum Abendessen trafen wir uns alle im „the coachmans“, wo Michael O‘Brien musikalisch ordentlich für Stimmung sorgte.

Nach dem Frühstück führte uns Mark zum Reenagoppul Stone Circle und zu einem kleinen Morgenspaziergang durch den Ort. Anschließend luden wir das Gepäck auf den Vagatron und fuhren wenige Kilometer aus dem Ort raus, wo wir uns dann von Mark verabschiedeten. Wir sollten alleine ein Teilstück des Kerry Way bewältigen und am anderen Ende würde unser neuer Guide Stephen dann auf uns warten. Das Teilstück des Kerry Way mit seinen leichten Steigungen, Bachläufen, Schafen, Wiesen und felsigen Hügeln, kleinen Wasserfällen und moos-überwucherten Ruinen eignete sich hervorragend für eine Wanderung. Irland pur und nicht zu anstrengend! Und tatsächlich, kaum waren wir am Ende des Weges am ausgemachten Treffpunkt angekommen, brauste auch schon Stephen mit dem Vagatron heran und wir fuhren zur Ladies View, einem Aussichtspunkt, wo wir erstmal eine Stärkung zu uns nahmen.

Derrynane House

Mit Stephen fuhren wir weiter nach Sneem, wo wir erleben konnten, wie es ist, nicht mit Vagabond zu reisen, sondern im großen Reisebus. Sneem scheint das Mekka für Gift-Shops, Reisebusse und Touristen zu sein. Schnell ging es weiter zum Derrynane House, dem Haus von Daniel O‘Connell, dem „Liberator“ oder „Befreier“ Irlands, ein irischer Nationalheld. Das Haus ist heute ein Museum, interessanter ist jedoch der botanische Garten hinter dem Haus gewesen, der geradezu verwunschen wirkte. Hinter jeder Ecke erwartete man einen Leprechaun oder ein anderes irisches Fabelwesen.

Portmagee und die Skellig Islands

Es schüttete wie aus Kübeln als wir im kleinen Fischerdorf Portmagee ankamen. Keine guten Aussichten für unseren geplanten Ausflug zu den Skellig Islands. Hieß es doch, dass die kleinen Boote nur rausfahren, wenn das Wetter gut und die See halbwegs ruhig ist. Doch obwohl ich den Salat, den es in der Bridge Bar abends zum vorzüglichen Fisch gab, natürlich nicht gegessen habe, meinte es der Wettergott gut mit uns. Puffin Papageitaucher auf Skellig Michael IrlandDenn nach dem ebenso hervorragenden Frühstück schien die Sonne und wir konnten die Reise zu den Inseln antreten. „Die Skelligs – das ist wie aus einer National Geographic Dokumentation“, bekamen wir am Vorabend von Leuten zu hören, die schon dort waren. Und tatsächlich, auf dem Boot fühlte man sich wie bei Greenpeace wenn diese mal wieder einem Walfänger hinterher jagen. Wasser spritzte, die Wellen waren riesig, das Boot hüpfte und stampfte – nichts für Leute mit schwachem Magen. Wir haben es aber gut überstanden und landeten sicher an Skellig Michael, wie die größere der beiden Inseln heißt. Der Aufstieg über die uneben behauenen Steinplatten – eine Treppe, die von den Mönchen, welche die Insel einst bewohnten gebaut wurde – war weniger anstrengend als von unten vermutet. Puffins, oder auch Papageitaucher, tapsten als Fotomotive zwischen den Felsen umher. Oben angekommen, bot sich ein herrliches Panorama. Jedem, der Irland einmal besucht, sei dieser Ausflug ans Herz gelegt. Vorausgesetzt, man ergattert einen Platz unter den 200 Personen, die täglich maximal auf die Inseln dürfen und hat Glück mit dem Wetter.

Auf dem Rückweg fuhr unser Kapitän noch nah an Little Skellig heran. Auf der Insel lebt eine der größten Basstölpel-Kolonien weltweit. So viele, dass die Grate und Felsvorsprünge durch den Kot der Tiere aussehen, als wären sie mit Schnee bedeckt.

Killorglin und Dingle

Auf dem Weg nach Killorglin führte uns Stephen mit dem Vagatron abermals ins Gelände und einen steilen Berghang hinauf, da es oben einen wundervollen Blick über die Dingle Bay gab. Stephen hatte dabei sichtlich Spaß, den Landrover durch tiefe Pfützen zu jagen.

Nachmittagsstation war Killorglin, wo wir im Pub erst einmal ein frisch gezapftes Guinness genossen. Tagesendstation sollte dann Dingle sein, bekannt für seine Pubs, traditionelle irische Musik und Funghi, den Delfin. Letzteren bekamen wir nicht zu Gesicht, dafür aber jede Menge Pub-Musik und natürlich erneut das obligatorische Guinness.

Am nächsten Tag nutzen einige von uns die Chance, mit Stephen zu einem Reiterhof zu fahren um dort einen Ausritt am Strand bei Cantra zu unternehmen. Dies war leider ein Part der Tour, der im Nachhinein nicht unbedingt zu empfehlen ist. Waren doch die Pferde und der Reiterhof im Vergleich zu deutschen Verhältnissen recht ungepflegt und der Ausritt zu kurz für den Preis. Obendrein machte uns auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung, wir wurden ordentlich nass.

Die Shannon-Fähre, Lehinch und Ennistymon

Anschließend ging es über Tralee nach Tarbert, wo schon die Fähre wartete, die uns über den Shannon bringen sollte. Von dort aus war es nur ein kurzes Stück bis Lehinch, dem Mekka des irischen Surfsports. Darauf hatte ich mich besonders gefreut aber leider waren die Wellen allzu hoch und wegen der Flut kein Strand vorhanden, so dass ein Surfgang zu gefährlich gewesen wäre.

Unsere vierte Übernachtung hatten wir in Ennistymon, in einem der schönsten Hotels der Reise. Abends im Cooley‘s House, einem netten kleinen Pub, erzählte uns die Wirtin allerlei Geschichten über das Leben im Ort und die aktuellen Probleme der Iren.

Cliffs of Moher und Poulnabrone Dolmen

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zu den Cliffs of Moher. Von Vagabond abermals ausgezeichnet geplant, gelangten wir frühzeitig dorthin, vor den meisten Touristenbussen. Erst bei unserer Abfahrt füllten sich die Treppen an den Klippen und der Gift-Shop mit allerlei Volk. Wer schon einmal an den Kreidefelsen auf Rügen gewesen ist, wird von den Cliffs of Moher aber etwas enttäuscht sein. Sie machen dann doch nicht so viel her, wie die Reiseführer gemeinhin versprechen.

Spannender war da schon das „Loch der Sorgen“, wie das gewaltige Portalgrab von Poulnabrone auch genannt wird. Wie immer hatte Stephen dazu eine interessante Geschichte über eine unglückliche Liebe, alte Flüche und das Grab selber zu erzählen. Der Poulnabrone Dolmen liegt in einer eigenartigen Region von Irland, dem Burren, einer Karstlandschaft, die sehr wenig Mutterboden aufweist, so dass alles sehr karg und beinahe wüstengleich wirkt.

Kinvarra Farmers Market und Clifden

Nach einem kurzen Spaziergang ging es in Kinvarra auf den Farmers Market, wo es, was auch sonst, echte „German Bratwurst“ gab.

Auf dem Weg nach Clifden fuhren wir durch die Gegend Connemara, welche durch ihre Moore und Seen landschaftlich sehr reizvoll ist. Zwischen frisch gestochenem Torf, Wasserläufen und Hügeln machten wir eine Wanderung zu einer alten Kapelle.

In Clifden angekommen zerstörte Stephen beinahe den Anhänger des Vagatron als er einen Teil unserer Gruppe, die eine Übernachtung in einem Schloss gebucht hatten, absetzte und nur mit Mühe und viel Rangieren die enge Kehre zurück in die Stadt nehmen konnte. Aber es ging zum Glück alles gut und mit einem letzten gemeinsamen Treffen im örtlichen Pub ließen wir den Abend ausklingen.

Glengowla Mines und Galway

Am letzten Tag besuchten wir noch die Glengowla Mine, in welcher im 19. Jahrhundert Blei und Silber zur Munitionsherstellung gewonnen wurde. Interessant – aber eindeutig zu teuer. Zum Lunch steuerten wir im Anschluss die Stadt Galway an und wir hätten uns sicherlich geärgert, wenn wir dies nicht getan hätten. Galway ist jung, hip, lebendig, die Einkaufsstraße voller Menschen, Musikern und Straßenkünstlern. Auf dem Eyre Square fand gerade ein Festival statt, mit Jazzmusik, Skateboard-Rampen und BMX-Bikern.

Auf dem Rückweg nach Dublin erzählte Stephen noch letzte interessante Fakten zu Irland und der Geschichte des Landes bis wir dann pünktlich gegen 18 Uhr in Irlands Hauptstadt ankamen. Ein tränenreicher Abschied folgte und Stephen brachte uns – unter etwas eigenwilliger Auslegung der örtlichen Straßenverkehrsordnung – sicher zum Hotel.

Guiness-Storehouse, Jameson Destillerie und Trinity College

Für uns standen im Anschluss noch zwei weitere Tage Dublin an, die wir nutzten, um das Guinness Storehouse, die Jameson Destillerie und das Trinity College zu besuchen.

Besonders das Guinness Storehouse ist seinen Eintrittspreis wert, ich habe selten eine Inszenierung einer Marke erlebt, die ähnlich gelungen, unaufdringlich und interessant gewesen wäre. Besonders die Guinness-Advertising-Abteilung mit alten Reklame-Tafeln, Flaschen-Designs und natürlich dem Guinness Book of World Records war sehenswert. Aber schon das alte Storehouse allgemein ist sehr durchdacht für die Tour hergerichtet. So steht in der Mitte beispielsweise das weltgrößte Pint-Glas. Ganz oben, am Ende der Reise durch die Bierwelt am St. James‘s Gate in der Gravity-Bar angelangt, erwartet den Besucher ein Gratis-Pint und ein unvergleichlicher Rundumblick über Dublin aus einem der höchsten Gebäude der Stadt.

Die Führung durch die Jameson Destillerie ist besonders spannend, wenn man kurz vorher bei Guinness war. Nicht nur, weil man hier erneut eine Gratis-Kostprobe des hauseigenen „Pure Pot Still“ bekommt, ein blended Whiskey aus nur dieser einen Destillerie, sondern auch, weil man sehr schön die Unterschiede im Brau- bzw. Destillierprozess zwischen Bier und Whiskey sehen kann.

Das Trinity College hingegen war eine Enttäuschung für uns. Architektonisch auf einem ähnlich unansehnlichen Niveau wie die Universität Göttingen, insbesondere deren 60er-Jahre-Bauten, gemischt mit den alten Gebäuden aus der Zeit Elisabeth, I., macht das College wenig her. Der Rundgang zum berühmten Book of Kells klingt im Reiseführer ebenso spannender als er eigentlich ist. Wer schon einmal in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar war, wird, wie wir, enttäuscht sein.

Ansonsten ist in Dublin noch der Temple-Bar District sehenswert, hier spielt sich abends das Leben zwischen unzähligen Pubs ab. Besonders interessant für uns dabei, die unzähligen Leute, die als “Wo ist Wally?” verkleidet durch die Straßen gingen, weil sie gerade vom Street Performance World Championship kamen, wo möglichst viele verkleidete Wallys einen Weltrekord aufstellen sollten.

Zum Schluss möchte ich allen Irland- und Dublin-Reisenden noch drei Tipps mit auf den Weg geben. Erstens sollte man in den Souvenir-Läden die Preise vergleichen und nicht gleich im erstbesten zum Portemonnaie greifen. Es gibt sowieso überall die gleichen Sachen zu kaufen, die Preise unterscheiden sich aber je nach Ort und Produkt kräftig.

Der zweite Tipp sind die Hop-On Hop-Off-Busse in Dublin, mit denen man leicht zu allen Sehenswürdigkeiten gelangt. Es gibt rote und grüne Busse, die Preise sind aber die gleichen, wobei die grünen Busse gefühlt öfter fahren. Einmal bezahlt kann man jederzeit zusteigen, die Tickets gelten zumeist für zwei Tage. Im Preis enthalten sind reichlich Gutscheine und Vergünstigungen, beispielsweise im Guinness Storehouse oder der Jameson Destillerie. Falls man anschließend zum Flughafen möchte, gibt es auch Kombi-Tickets für den Aircoach, mit denen man ebenfalls Geld spart.

Drittens: Wer in Irland (und in vielen anderen Ländern in Europa) mit dem Handy mobil ins Internet möchte, dem seien derzeit die Roaming-Datentarife von simyo oder blau ans Herz gelegt. Damit surft ihr für 49 Cent pro Megabyte. Zudem gibt es von beiden Discountern Datenpakete von 50 Megabyte für 4,99 Euro, die eine Woche lang gültig sind und direkt im Ausland kostenlos vom Handy aktiviert werden können. In vielen Hotels gibt es aber ansonsten auch Gratis-WLAN.

Fazit

Irland ist auf jedenfall eine Reise wert. Wer nicht auf allzu ausgetretenen Pfaden das Land entdecken möchte, dem sei Vagabond mit Rob Rankin und seinem Team ans Herz gelegt, wir hatten eine Menge Spaß und es hat alles wunderbar geklappt.

Hier einige Fotos bei flickr:

Die ungefähre Route, die wir gefahren sind, gibt es hier bei Google Maps:

Größere Kartenansicht

Comments 5

  1. Robert

    Super Bericht, war bisher noch nicht in Irland, bin aber großer Schottland-Fan und werde sicherlich auch noch nach Irland fahren!

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