Facebook Messages killed the E-Mail star

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Wer weiß, vielleicht wird ein Cover des alten Buggles-Klassikers in ein paar Jahren so oder so ähnlich vom Ende der E-Mail singen. Facebook hat heute die neue Funktion “Messages” vorgestellt und bezeichnet sie nicht geringer als “revolutionär”. In der Tat ist das Vorhaben der Betreiber des sozialen Netzes aus Palo Alto ambitioniert. Man möchte ein großes Hindernis moderner Kommunikation abschaffen indem man dem Absender einer Nachricht ermöglicht, diese völlig unabhängig vom Trägermedium an den Empfänger zu senden.

Facebook Messages - neue Form der E-Mail-Kommunikation

Bildquelle: facebook.com

Grob gesprochen muss der Absender nicht einmal mehr wissen, ob seine Nachricht per SMS, E-Mail oder Chat-Nachricht beim Empfänger ankommt. Wichtig ist ja nur, dass sie überhaupt ankommt. Der Nutzer wählt also keine E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder einen Nutzernamen aus, um seine Nachricht zu verbreiten, er wählt einfach nur den Namen der Person. Zugegeben: menschlicher bzw. näher an wirklicher Kommunikation wäre das schon.

Eine weitere Neuerung, die Facebook verspricht ist eine Nachrichten-Zentrale, die alle gesendeten und empfangenen Nachrichten an einem Ort bündelt. Die virtuellen Briefe werden dabei nicht nach Betreff oder Titel sortiert – Facebook hat herausgefunden, dass die meisten Leute sowieso keinen richtigen Betreff verwenden – sondern nach den Absender-Personen. Auch das klingt zunächst logisch. Obwohl eine solche Sortierung auch mit gängigen E-Mail-Programmen machbar ist.

Facebook legt dieses System von Anfang an so an, dass es erweiterbar ist und sich fortentwickelt. So gesehen plant man das neue Google für die geschriebene Kommunikation zu werden (siehe ambitioniert weiter oben). Vielleicht schreibe ich in ein paar Jahren eine Nachricht per Facebook Messaging und mein Gegenüber erhält diese ausgedruckt per altmodischem Brief. Wer weiß.

Aber wollen wir das eigentlich? Gibt es nicht einen Unterschied zwischen den diversen Kommunikationskanälen, der eine eindeutige Trennung nötig macht? Ist nicht eine SMS anders als eine E-Mail, und das nicht nur von der Länge her? Mit Blick auf unser heutiges Kommunikationsverhalten, würde ich eindeutig sagen: ja. Es gibt Kontakte, denen schreibt man lieber eine E-Mail und es gibt andere, für die eine SMS angebrachter ist. Geschweige denn ein Brief auf richtigem Briefpapier. Mit Blick auf die Zukunft sage ich aber: wer weiß. Vor 20 Jahren hätte sich auch niemand vorstellen können, dass wir einmal keine Lexikas mehr brauchen, weil alle Informationen rasend schnell im Internet abrufbar sind. Vielleicht ist die neue Art der Kommunikation, die Facebook mit Messages einläutet in zehn Jahren das Normalste der Welt.

Viele Jugendlichen nutzen schon heute eher ICQ, Skype oder eben Facebook für ihre Gespräche untereinander. E-Mail ist für die Generation Harry Potter beinahe schon heute tot. Sie sind einfach nicht damit aufgewachsen. Gerade für diese Zielgruppe ist der Schritt von Facebook durchaus eine Entwicklung in die richtige Richtung. Für alle anderen ist sicherlich noch Zeit, sich dem Neuen anzupassen oder es eben nicht zu verwenden.

Am Rande bemerkt: wann habt Ihr eigentlich das letzte Mal eine wirkliche E-Mail an einen Freund oder eine Freundin verschickt? Oder einen Brief? Lange her, oder?

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