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Barcamp Ruhr 5: Anrufe von Mutti im Unperfekthaus

Nils Arbeit Leave a Comment

Wieder einmal war für mich Barcamp-Zeit. Nach dem tollen Erlebnis im letzten Jahr in Hamburg sollte es nun in der Kulturhauptstadt 2010, Essen, sein. Viele lehrreiche Sessions liegen hinter mir, die ganz fleißigen Barcamper sind aber auch gerade noch am vortragen, zuhören und diskutieren.

Ich muss ja sagen, dass ich von Essen positiv überrascht bin. Nicht nur das Barcamp fand in einer hochgradig interessanten Location statt, auch die Stadt selber hat sich im strahlenden Sonnenschein herausgeputzt und gefällt dem vorurteilsbehafteten Auge, wo doch sonst das Ruhrgebiet gefühlt eher mit hässlichen Metropolen bestückt ist.

Für das Barcamp haben sich die Organisatoren, allen voran Stefan Evertz, das Unperfekthaus Essen herausgesucht. Dabei ist das ehemalige Franziskaner-Kloster alles andere als unperfekt. Auf fünf Etagen gibt es Seminarräume, Ateliers, Werkstätten und Musikstudios bis rauf zur herrlichen Dachterrasse. Platz genug für 200 Barcamper. Das Haus an sich ist herrlich unübersichtlich und sollte wohl eher Labyrinthhaus genannt werden.

Als Coworking-Space angelegt bietet das Unperfekthaus alle Annehmlichkeiten für gemeinschaftliches Arbeiten, angefangen von einer niemals schließenden Brunch-Bar bis hin zur Hausgitarre oder einer Erlebnis-Toilette. Sogar übernachten kann man dort. Zu bemängeln wäre höchstens, dass einige Räume zu schlecht mit technischem Equipment, wie Steckdosen oder sinnvoll angebrachten Leinwänden bestückt sind. So dauerte es vor der ersten Session erst einmal bis man nach einer waghalsigen Kletteraktion die Beamerleinwand heruntergezogen bzw. den eigentlich dafür gedachten Schaltermechanismus entdeckt hatte.

Von den Sessions her gab das Barcamp ordentlich Input. Ob Vorträge zum perfekten Produktlaunch, einer Runde, wie man Liebe in seine Produkte bringt oder einer Streitdiskussion über Sinn und Unsinn von Facebook-Unternehmensauftritten. Es war für jeden etwas dabei. Das sympathische auf einem Barcamp ist, dass Vortragende selbst Anrufe von Mutti direkt in der Session annehmen können, ohne dass das Publikum dies mit Buh-Rufen quittiert. Herrlich locker, hilfsbereit, smart und offen ist die Zuhörerschar in Essen gewesen, eigentlich sollte jede Konferenz so ablaufen.

Schön zudem, dass ich alte Bekannte treffen konnte und natürlich in abendlicher Party-Atmosphäre mit diesen auch das ein oder andere Bierchen trinken durfte.

Alles in allem eine weitere lohnenswerte Erfahrung aus der Welt der Unkonferenzen. Essen – ich komme gerne wieder!

Eine kleine Auswahl weiterer Berichte zum Barcamp Ruhr 2012 (#bcruhr5) gibt es hier:
xtranews
netzmilieu
dieständigereise
Julia Emde

 

 

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